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Glossar

In unserem Glossar erläutern wir Ihnen kurz und bündig wichtige Begriffe, die mit dem Erbrecht zusammenhängen.

  • Ehevertrag

    Gemäss Gesetz unterstehen Ehegatten den Vorschriften der Errungenschaftsbeteiligung. Mit einem Ehevertrag kann ein anderer Güterstand, d.h. die Gütergemeinschaft oder die Gütertrennung, vereinbart werden, was Einfluss auf die Höhe der Nachlassmasse hat. Ein Ehevertrag kann vor oder nach der Heirat abgeschlossen werden und muss wie der Erbvertrag öffentlich beurkundet werden.

  • Eigengut

    Eigengut sind jene Vermögenswerte, welche ein Ehegatte im Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung (siehe Ehevertrag) in die Ehe einbringt oder während der Ehe insbesondere durch Erbschaft oder Schenkung erhält.

  • Eingesetzte Erben

    Der Erblasser kann im Rahmen des Gesetzes selber Erben einsetzen, beispielsweise indem er seine gesetzlichen Erben auf den Pflichtteil setzt. Dies können natürliche Personen sein wie z.B. das Gottenkind oder die Nachbarn sowie juristische Personen wie Stiftungen und Non-Profit-Organisationen.

  • Enterbung

    Eine Enterbung liegt dann vor, wenn der Erblasser einem pflichtteilsgeschützten Erben seinen Erbanteil entzieht. Damit eine Enterbung gültig ist, müssen wichtige Gründe vorliegen wie beispielsweise eine schwere Verletzung der familienrechtlichen Pflichten oder eine schwere Straftat gegenüber dem Erblasser oder einer dieser nahe verbundenen Person.

  • Erbbescheinigung

    Die Erbbescheinigung gibt Auskunft über die erbberechtigten Personen. Sie dient als Ausweis gegenüber Behörden und Dritten und wird benötigt, um auf Werte des Erblassers zugreifen und darüber verfügen zu können wie zum Beispiel das Bankkonto des Erblassers.

  • Erbengemeinschaft

    Hinterlässt ein Erblasser mehrere Erben, so sind diese in der sogenannten Erbengemeinschaft miteinander verbunden (Art. 602 ZGB). Bei Erbengemeinschaften herrscht das Prinzip der Einstimmigkeit. Was heisst das? Weigert sich beispielsweise ein Erbe eine Liegenschaft zu verkaufen, so kommt der Kaufvertrag nicht zustande. Dieses Einstimmigkeitsprinzip führt dazu, dass Erbengemeinschaften zum Teil jahrzehntelang nicht aufgehoben werden können. Eine Erbengemeinschaft kann nur mit einem Erbteilungsvertrag oder durch ein gerichtliches Urteil aufgehoben werden.

    Tipp:
    Mit einem Testament kann der Erblasser zu Lebzeiten die Nachteile des Einstimmigkeitsprinzips mindern oder ausschalten. Gerade wenn Streitigkeiten unter den Erben erwartet werden, empfiehlt es sich, dieses Thema mit einem Experten zu besprechen. Beispielsweise kann einem Erben die Erbenstellung testamentarisch entzogen werden.

  • Erbschaftssteuern

    In der Schweiz fällt es in die Hoheit der Kantone, Erbschafts- und Schenkungssteuern zu erheben. Mit Ausnahme des Kantons Schwyz machen davon alle Kantone Gebrauch, wobei die Unterschiede sehr hoch sind. Während Erbschaften an Ehegatten sowie eingetragene Partner in allen Kantonen steuerfrei sind, ist bereits bei den Nachkommen keine Einheit mehr vorzufinden. Die steuerpflichtigen Personen werden von den Kantonen in Steuerkategorien eingeteilt. Es gilt das Prinzip, dass die Steuer umso höher ausfällt, je grösser das Nachlassvermögen ist und je weiter der Erbe verwandtschaftlich vom Erblasser entfernt ist.

  • Erbschaftssteuern Kanton Aargau

    Im Kanton Aargau sind Ehegatten, eingetragene Partner, direkte Nachkommen sowie Eltern von Erbschafts- und Schenkungssteuern befreit.

    Grundlage für die Erhebung der Erbschaftssteuern bei den anderen Erben (z.B. Geschwister oder nicht verwandte Personen) bildet das Nachlassinventar, welches von den Gemeinden aufgenommen wird. Mit diesem Inventar, in welchem die Aktiven und Passiven des Nachlasses unter Aufrechnung weiterer Kosten wie beispielsweise Grabunterhalt erscheinen, erhalten die Erben eine erste Auskunft über die Höhe ihrer voraussichtlichen Erbanteile und der anfallenden Steuern.

  • Erbschaftssteuern Kanton Luzern

    Im Kanton Luzern sind Ehegatten, eingetragene Partner und direkte Nachkommen von Erbschafts- und Schenkungssteuern befreit.

    Grundlage für die Erhebung der Erbschaftssteuern bei den anderen Erben (z.B. Eltern, Geschwister oder nicht verwandte Personen) bildet das Nachlassinventar, welches von den Gemeinden aufgenommen wird. Mit diesem Inventar, in welchem die Aktiven und Passiven des Nachlasses unter Aufrechnung weiterer Kosten wie beispielsweise Grabunterhalt erscheinen, erhalten die Erben eine erste Auskunft über die Höhe ihrer voraussichtlichen Erbanteile und der anfallenden Steuern.

  • Erbvertrag

    Der Erbvertrag ist im Gegensatz zum Testament ein zweiseitiges Rechtsgeschäft und kann nur in einer einzigen Form, der öffentlichen Beurkundung durch einen Notar mit zwei Zeugen, errichtet werden. Im Erbvertrag trifft der Erblasser zusammen mit potentiellen Erben bindende Abmachungen bez. des Nachlasses. Beispielsweise kann auf diese Weise einen Erbverzicht oder eine Begünstigung vereinbart werden. Ebenfalls kann festgelegt werden, über welche Vermögenswerte der überlebende Ehegatte weiterhin verfügen kann (sogenannte Bindungswirkung). Soll ein Erbvertrag wieder aufgehoben werden, müssen alle beteiligten Parteien eine schriftliche Übereinkunft treffen. Diese muss nicht öffentlich beurkundet werden.

  • Erbverzichtsvertrag

    Mit dem Abschluss eines Erbverzichtvertrags verzichtet ein Erbe für sich und seine Erben auf seinen Anspruch am künftigen Nachlass. Entweder kann ein solcher Erbverzicht unentgeltlich sein oder der Erbe erhält dafür eine bestimmte Summe. In diesem Zusammenhang wird auch von einem Erbauskauf gesprochen.

    Tipp:
    Der Abschluss eines Erbverzichtvertrags ist beispielsweise bei kinderlosen Konkubinatspaaren ein beliebtes Instrument, um den Partner maximal zu begünstigen, indem die Eltern mittels eines Erbverzichtvertrags auf ihren Pflichtteil verzichten.

  • Erbvorbezug

    Mit dem Erbvorbezug, auch Vorempfang genannt, kann der Erblasser seinen gesetzlichen Erben einen bestimmten Gegenstand, zum Beispiel eine Liegenschaft, oder einen bestimmten Geldbetrag zu Lebzeiten übergeben. Wichtig zu wissen ist, dass Erbvorbezüge der Ausgleichungspflicht unterliegen, d.h. der Gegenwert wird beim Tod des Erblassers in der Erbteilung angerechnet. Hingegen ist auf den erhaltenen Erbvorbezug, insofern nichts anderes vereinbart wurde, kein Zins geschuldet.

    Tipp:
    Es lohnt sich, Abmachungen bez. Erbvorbezügen schriftlich zu regeln, die Nachkommen über die Bedingungen zu orientieren und die Abmachungen an einem sicheren Ort aufzubewahren. So können Streitereien bei der Erbteilung vermieden werden.

  • Eröffnung von letztwilligen Verfügungen

    Die letztwilligen Verfügungen (oder Testamente) sind durch die dafür bezeichnete Behörde (Bezirksgericht im Kanton Aargau, Teilungsamt im Kanton Luzern) zu eröffnen. Mit der Eröffnung erfahren die gesetzlichen und eingesetzten Erben und Vermächtnisnehmer vom Inhalt der letztwilligen Verfügung. Sie werden in die Lage versetzt, ihre Rechte wahren zu können, zum Beispiel bei einer Pflichtteilsverletzung die Herabsetzungsklage einzureichen. Sämtliche letztwilligen Verfügungen sind der Behörde einzureichen; es handelt sich um eine allgemeine Bürgerpflicht. Die Nichteinreichung bzw. Zerstörung einer letztwilligen Verfügung kann unter anderem zu Schadenersatz und strafrechtlichen Konsequenzen führen.

  • Ersatzverfügung

    Wenn der Erblasser für den Fall, dass ein eingesetzter Erbe oder Vermächtnisnehmer vor ihm stirbt oder die Erbschaft beziehungsweise das Vermächtnis ausschlägt, einen anderen Begünstigten ernennt, handelt es sich um eine sogenannte „Ersatzverfügung“.