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Glossar

In unserem Glossar erläutern wir Ihnen kurz und bündig wichtige Begriffe, die mit dem Erbrecht zusammenhängen.

  • Verfügbare Quote

    Die frei verfügbare Quote ist der Anteil des Nachlasses, über welchen der Erblasser nach Belieben verfügen kann. Hat der Erblasser keine pflichtteilsgeschützten Erben, kann er über das gesamte Vermögen frei verfügen und dies beispielsweise Non-Profit-Organisationen, die er unterstützenswert findet, zukommen lassen.

  • Vermächtnis

    Mit einem Vermächtnis (auch Legat genannt), kann der Erblasser eine bestimmte Summe oder einen Gegenstand einer bestimmten (natürlichen oder juristischen) Person zuweisen (Art. 484. ZGB). Das können Geldbeträge aber auch Kunstgegenstände, Schmuck, Mobiliar, Akten, Grundstücke etc. sein. Ebenfalls ist es möglich, einen Bruchteil des Nachlasses als Vermächtnis zuzuweisen (Quotenvemächtnis).

    Tipp:
    In einem Testament ist genau zu unterscheiden, ob es sich um ein Vermächtnis oder eine sogenannte Teilungsvorschrift handelt. Ist beispielsweise geschrieben: „Meine Nichte bekommt das Ferienhaus im Tessin“ ist nicht klar, ob es sich um ein Vermächtnis handelt oder ob der Erblasser möchte, dass die Nichte das Ferienhaus zwar erhält, den Gegenwert aber in die Nachlassmasse einbezahlen muss. Hätte der Erblasser das Wort „unentgeltlich“ angefügt, wäre die Sache klar gewesen.

  • Vor- und Nacherbeneinsetzung

    Mit einem Testament oder einem Erbvertrag kann eine Vor- und Nacherbeneinsetzung angeordnet werden, so dass eine zweistufige Erbfolge entsteht. Beim Tod des Erblassers tritt der Vorerbe die Erbschaft an. Stirbt der Vorerbe, geht die Erbschaft nicht weiter an seine gesetzlichen Erben, sondern an den vom ursprünglichen Erblasser bestimmten Nacherben.

    Tipp:
    Die Variante der Vor- und Nacherbeneinsetzung ist ein beliebtes Instrument bei Patchwork-Situationen. Der Erblasser hat so beispielsweise die Möglichkeit, die zweite Ehefrau als Vorerbin und seine eigenen Kinder aus erster Ehe als Nacherben einzusetzen. So geht das restliche Vermögen, welches er in einem ersten Schritt seiner zweiten Ehefrau hat zukommen lassen, wieder zurück zu seinen Kindern und nicht an die gesetzlichen Erben der Ehefrau.

  • Vorschlagssummenzuweisung

    Gegenüber gemeinsamen Nachkommen kann durch einen Ehevertrag vereinbart werden, dass das gesamte erarbeitete Vermögen dem überlebenden Ehegatten zufällt.